Vom Feldweg zur Bundesstraße

Der Tempelhofer Damm ist nach dem Ortsteil Tempelhof benannt. Dessen Name ist auf die christlichen Tempelritter zurückzuführen, die wohl auch für die Gründung der Dörfer Mariendorf, Marienfelde und Rixdorf verantwortlich sind. Um 1200 entstand an der heutigen Kreuzung mit der Straße Alt-Tempelhof ein Straßendorf. Etwa zur gleichen Zeit wurde der Vorgängerbau der heutigen Dorfkirche Tempelhof errichtet.

Die Umgebung war viele Jahrhunderte von Landwirtschaft geprägt, später auch von militärischer Nutzung, wie z.B. durch die Truppenübungsplätze auf dem Tempelhofer Feld.

Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhunderts entwickelte sich zwischen dem Dorfanger Alt-Tempelhof und dem Tempelhofer Hafen auch das heutige Geschäftszentrum am Tempelhofer Damm. Der Anschluss an die Ringbahn erfolgte 1871 und im Jahre 1906 wurde der Teltowkanal fertig gestellt, der einen wesentlichen Beitrag zum wirtschaftlichen Aufschwung Tempelhofs leistete.

Te-DammZusammen mit anderen ehemaligen Landgemeinden bildete Tempelhof im Jahre 1920 den 13. Verwaltungsbezirk von Großberlin. Zu dieser Zeit hieß der Tempelhofer Damm noch Berliner Straße und war die Hauptverbindungsstraße der bis dahin selbstständigen Gemeinde Tempelhof nach Berlin. Die Umbenennung in den heutigen Namen erfolgte erst 1949, nachdem zwischenzeitlich der Name Tempelhofer Chaussee verwendet wurde.

Heute ist der Tempelhofer Damm Teil der Bundesstraße 96 und eine Hauptein- und -ausfallstraße Berlins. Im Norden beginnt er am Platz der Luftbrücke vor dem Haupteingang des ehemaligen Flughafens Tempelhof. In Richtung S-Bahn-Trasse der Ringbahn verläuft er zunächst entlang des Flugfeldes, des Ortsteils Neu-Tempelhof und einiger Kleingartenkolonien, bevor er die Ringbahnbrücke mit dem Bahnhof Tempelhof und schließlich die Unterquerung der Berliner Stadtautobahn erreicht.
Südlich der Autobahn beginnt das Geschäftszentrum Tempelhofs. Hier sind alle Dinge des täglichen Bedarfs, Mode, Technik, Dienstleistungen, Ärzte und vieles mehr zu finden. Entlang des „Te-Damms“, wie die Geschäftsstraße auf diesem Abschnitt bis zum Tempelhofer Hafen genannt wird, überquert man zunächst die Straße Alt-Tempelhof und den ehemaligen Dorfanger des historischen Ortskerns. Ab hier wird auch der Publikumsverkehr durch Passanten deutlich dichter. Im Nordosten des Zentrums konzentrieren sich mehrere öffentliche Nutzungen. Hier liegen die Bezirkszentralbibliothek, das Gebäude eines Polizeiabschnitts, das Stadtbad sowie zwei Schulen. Auf der westlichen Seite des Tempelhofer Damms befinden sich die Alte Dorfkirche sowie mehrere Schulen und weitere Kirchen.

Gegenüber dem Alten Park, befinden sich das Rathaus Tempelhof, die Post und der dahinter gelegene Francke-Park mit seinem Wildtiergehege. Östlich hinter dem Karstadt-Warenhaus ist der Campus des stadtweit bedeutsamen Wenckebach-Krankenhauses angesiedelt. Vorbei am Tedamm-Markt erreicht man schließlich den Tempelhofer Hafen und das neu eröffnete Shoppingcenter. Auf der anderen Seite der Stubenrauchbrücke befinden sich das traditionsreiche Ullsteinhaus und das Gelände des Kulturzentrums ufaFabrik. 

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