100 Jahre Bauschlosserei und Schlüsseldienst Jensch in Tempelhof

Eines der alteingessenen Tempelhofer Unternehmen feiert am Samstag, den 29. Mai 2010 sein hundertjähriges Bestehen – die Bauschlosserei und Schlüsseldienst «Süd» Jensch.«Wir sind auch der zweitälteste familiengeführte Schlossereibetrieb Berlins», weiß Andrea Jensch. Nach dem Tod ihres Vaters Franz-Michael Jensch im November 2009 hat die  gelernte Industriekauffrau erfolgreich in der bisherigen «Schloß»Herren-Dynastie ihren Platz eingenommen: Gemeinsam mit ihrem Bruder Daniel führt sie das Traditions-Unternehmen weiter, mittlerweile in der vierten Generation 

 

 

 

 

1910 legte ihr Urgroßvater, der Schlossermeister Emil Jensch, mit dem Erwerb des Hauses in der Kaiserin-Augusta-Straße 80 den Grundstein für den Familienbetrieb.

Auf dem Hof befand sich damals ein Pferdestall, den der im schlesischen Sonnenburg gebürtige Unternehmer zu einer Werkstatt für Schlosserei- und Schmiedearbeiten umbaute. Bis zum heutigen Tage werden dort sämtliche Metallbauarbeiten durchgeführt.

Der Großvater Franz Jensch übernahm den Betrieb 1936 und leitet ihn bis 1939.

Während seiner Einberufung und Kriegsgefangenschaft führte Emil Jensch den Betrieb bis 1949 weiter. Erwähnenswert bei der weiteren Firmenentwicklung war 1952 ein Auftrag der Berliner Kindl-Brauerei für ein Festzelt. Da die erforderlichen Maße bei weitem die räumlichen Kapazitäten der Werkstatt übertrafen, wurde die Produktion der Stahlkonstruktion kurzerhand auf die Fahrbahn der Kaiserin-Augusta-Straße verlegt. Die Bauschlosserei Jensch spezialisierte sich in der Herstellung von Markisen, Zeltkonstruktionen und Scherengittern, sowie anderer Metall- und Schmiedearbeiten. 

Beide Unternehmensbereiche, die Kunst- und Bauschlosserei und der Schlüsseldienst, ergänzten sich dabei nicht nur wegen der Namensverwandtschaft. So konnte man z.B. zur Anfertigung von eigenen Schlüsselformen auf Alu-Gusspfannen des Urgroßvaters Emil Jensch zurückgreifen und war so in der Lage Zylinderschlüssel ohne Maschinen herstellen zu können.

1987 erweiterte Franz-Michael Jensch den Betrieb  in der dritten Generation in die «Franz-Michael Jensch Bauschlosserei und Schlüsseldienst Süd GmbH». Aus dem Handwerksbetrieb war ein Sicherheitsfachgeschäft mit angeschlossener Bauschlosserei geworden.

Der Familienbetrieb ist Mitglied der Innung für Metall- und Kunststofftechnik und gehört der Handwerkskammer an. Neben Fachkräften für Sicherungstechnik, bildet das Familienunternehmen auch Metallbauer in der Fachrichtung Konstruktionstechnik aus.

Seit mehreren Jahren  stellt die «Schlüsseldienst Süd GmbH» in Konzession eigene Schließanlagen her. «Neben der fachlichen Qualität ist es vor allem Vertrauenssache, wenn man sich über vier Jahrzehnte in der Branche halten kann», findet Schlossermeister Daniel Jensch. Nahezu täglich und rund um die Uhr wird seine besondere Dienstleistung des Türöffnens in Anspruch genommen. Ihm selbst ist dieses Malheur bislang noch nicht widerfahren, betont der Schlossermeister. 

«Wir sind stolz auf unsere Familientradition», sagt Andrea Jensch. Der Grundstein für die fünfte Generation ist mit drei Stammhaltern schon gelegt.

 

Weitere Infos unter www.jensch-gmbh.de

 

Holger Wettingfeld

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