"Konstruktion und Zerfall" - Galerie 198 zeigt Architekturfotografie von Michael Wartmann und Timo Hüttich

Unter dem programmatischen Titel „Konstruktion und Zerfall“ zeigt die Tempelhofer Galerie 198 Architekturfotografien der Berliner Fotografen Michael Wartmann und Timo Hüttich. Die  Ausstellung lüft vom  12. November bis zum 3. Dezember 2011.

„Konstruktion und Zerfall“, vom Werden und Vergehen von Architektur, ist das zentrale Thema der Arbeiten von Michael Wartmann und Timo Hüttich.

Beide Fotokünstler besetzen mit beeindruckenden Aufnahmen die beiden thematischen Pole dieser hochinteressanten Ausstellung. Während Michael Wartmann am Beispiel der Bebauung des heutigen Potsdamer Platzes die Konstruktion in den Fokus seiner Aufnahmen stellt, thematisieren die Fotos von Timo Hüttich den Zerfall verlassener Industrieanlagen und anderer Bauten.

Michael Wartmanns Bilder von den Baustellen am Potsdamer Platz sind analog aufgenommen worden mit einer Hasselblad-Mittelformatkamera und mit einer Großformatkamera. Gemeinsam ist beiden Fotografen, dass sie Wert auf die Authentizität ihrer Fotografien legen und weitgehend auf eine Nachbearbeitung verzichten.


Zur Vernissage am Samstag, dem 12. November 2011, von 16-20 Uhr, spielt das Jazz-Duo Peter Horisberger (Vibrafon) und Axel Obert (Kontrabass).

 

Michael Wartmanns stark farbige Nachtaufnahmen vom Werden der neuen Bauten am Potsdamer Platz zeigen zugleich das Verschwinden des Alten, während Hüttichs Schwarz-Weiß-Fotografien den Zerfall einst großartiger und in ihrer Weise bedeutender Bauwerke darstellen. Insofern haben die Bilder beider Fotografen einen starken dokumentarischen Wert, der bei Wartmanns Arbeiten durch die Prominenz des Ortes gesteigert wird, die zum einen im Mythos des Potsdamer Platzes selbst und zum anderen in seiner Bedeutung für das neue Bauen im Berlin der Nachwendezeit an der Nahtstelle zwischen Ost und West begründet ist. Dennoch sprengen die Arbeiten beider Fotografen bei Weitem den Rahmen des Dokumentarischen. Die Dimension des Künstlerischen wird in ihrer jeweils eigenen Bildästhetik manifest. Bei Wartmann treten u. a. durch spezifische Lichtbedingungen Aspekte des Skulpturalen, Surrealen und Skurrilen hervor.

 

Hüttichs Bilder hingegen zeigen in ihrer strengen Schwarz-Weiß-Ästhetik mit einer klaren, strukturunterstreichenden Licht- und Schattenkomposition das ehemals Großartige und streng Maßvolle der verlassenen Gebäude, an denen auf den zweiten Blick die Spuren des Zerfalls sichtbar werden. Größe und Melancholie in ihrer Gleichzeitigkeit prägen die Ästhetik seiner Fotografien.

Beide Fotografen sind in Berlin geboren, einer Stadt, die von ständigem architektonischen Wandel geprägt ist. Und auch wenn beide ein Altersunterschied von einem Vierteljahrhundert trennt, ist ihr Zugang zur Fotografie doch recht ähnlich. Beide haben zunächst einen technischen Beruf erlernt und sich dann zunehmend professionell der Fotografie verschrieben, wobei das technische Interesse am Fotografieren gepaart ist mit der Entdeckung und Vervollkommnung der spezifischen künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten dieses Mediums.

Während Michael Wartmann, dessen Fotos auch im Te-Damm Magazin zu sehen sind, seine Fotografien schon vielfach in Berlin und Brandenburg ausgestellt hat und er immer wieder Arbeiten in Fotografiefachzeitschriften veröffentlicht, steht Hüttich am Anfang seiner Karriere. In der 198 Galerie in Tempelhof stellt er seine Arbeiten erstmals einem größeren Publikum vor.

 

 

Ausstellungsdauer: 12. November bis 3. Dezember 2011

Vernissage: Samstag, 12. November, 16-20 Uhr

Finissage: Samstag, 3. Dezember 2011, 14-18 Uhr

Öffnungszeiten der Galerie: Mi – Fr 15-19 Uhr, Sa 14-18 Uhr und nach Vereinbarung

Kontakt: 198 Galerie in Tempelhof, Tempelhofer Damm 198 – im Hof, 12099 Berlin

Tel.: 030 751 76 56, 0173 3597166, e-mail: galerie198@gmx.de

Weitere Infos unter www.198Galerie.de. Verkehrsverbindungen: U6 Kaiserin-Augusta-Straße, Bus 184, 284, schräg gegenüber von Karstadt

Holger Wettingfeld