Hollywood-Glanz in Tempelhof - ufaFabrik feiert Filmpionier Carl Laemmle mit Gala-Veranstaltung! Auftakt zu neuer Kinoreihe

Hollywood-Glanz in Tempelhof – der ufaFabrik ist am Sonntag im Rahmen der Berlinale ein Coup gelungen: Anläßlich des 100jährigen Jubiläums des Stummfilms «Hiawatha» des aus Laupheim stammenden Filmpioniers und Begründer der Universal-Filmstudios Carl Laemmle (1867-1939) präsentierte das Internationale Culturzentrum diesen filmhistorischen Meilenstein zum ersten Mal in Berlin und als Kinofassung.  

Für diese Premiere wurde der Stummfilmklassiker in einer restaurierten Fassung und einer neu komponierten Musik aufgeführt. Die Filmmusik des Berliner Elektromusik-Pionier Manuel Göttsching wurde live eingespielt. 

 

 

 

Der Filmabend brachte für einen kurzen Augenblick Glamour in die ehemalige UFA-Filmhochburg Tempelhof. Umrahmt wurde die Veranstaltung mit einer kleinen Auswahl aus Laemmles 2000 Produktionen umfassenden Filmkanon.

Viele internationale Filmschaffende nutzten das filmhistorische Ereignis zu einem Besuch der Veranstaltung, darunter auch der bekannte Filmproduzent Sandy Lieberson, ("Jabberwocky", "Charots of Fire") oder der australische Filmemacher Philiipe Mora ("Swastika"), dessen NS-Dokufilm «Swastika» 2009 in der ufaFabrik 37 Jahre nach der Premiere zum ersten Mal in Deutschland gezeigt wurde. 

 

 

 

 

Der ehrwürdigen Kinopremieren-Saal der ehemaligen UFA bot das passende Ambiente für ein Filmereignis allererste Güte: Durch den Abend führte Rudolf Brünger. Der Mitbegründer der ufa-Fabrik  und Geschäftsführer des internationalen Cultur-Centrums ist auch der Initiator der Veranstaltung.

Für diesen Premierenabend hat der Berliner Filmkomponist Manuel Göttsching eigens eine eigene Filmmusik geschrieben, die er an dem Abend live einspielte. 

 

 

 

 

 

 

 

Möglich wurde diese Veranstaltung durch die Mithilfe des Goethe-Institues in LA, der Hollywood-Filmhochschule UCLA (University of California, Los Angeles), sowie der 

Berliner Filmemacherin Ilona Ziok, die das Film-Material von «Hiawatha» aus Los Angeles nach Berlin mitbrachte.

Am Nachmittag hatte die Regisseurin und UCLA-Dozentin mit ihrer Dokumentation «Fritz Bauer-Tod auf Raten» im «Panorama» Filmpremiere. 

  

 

 

 

 
 In seiner Laudatio würdigte Dr. Udo Bayer, Direktor des Museums Laupheim, Leben und Werk Carl Lämmles. Er erinnerte daran, daß «Karl Lämmle» als deutscher Emigrant eine Hühnerfarm in Hollywood, Los Angeles kaufte. Zu diesem Zeitpunkt existierte dort noch keine Filmindustrie. 1909 gründete dann Carl Laemmle seine erste Filmproduktionsfirma. Mit seiner ersten Produktion «Hiawatha» schrieb er Filmgeschichte, denn dies war der Startschuß für die künftige Filmmetropole und Traumfabrik. 1910 gründete er UNIVERSAL Pictures. 

Lämmle zählt zu den erfolgreichsten und innovativsten Filmproduzenten seiner Zeit.  

 

Und die ufaFabrik überraschte mit einer weiteren Neuigkeit:  

Die Laemmle-Ehrung war der Auftakt zu einer neuen Kino-Reihe in Tempelhof. 

«Wir werden jeden Monat einen besonderen Film in Anwesenheit des Regisseurs präsentieren», kündigte Rudolf Brünger.                                      

Damit greift die ufaFabrik eine alte Filmtradition wieder auf. Nach über 18 Jahren Pause gibt es wieder ein regelmäßiges Kino-Programm in Tempelhof. Allerdings orientiert sich das Programm nicht am mainstream oder blockbuster-Kino, sondern zeigt eher seltene Filmperlen, die keinen Verleih finden oder nur auf Festivals zu sehen sind: Dieses trifft auch auf den nächsten Filmtermin im März zu:

 

Am Sonntag, den 14. März wird der Film «The Miscreants of Taliwood» in Anwesenheit des australischen Regisseurs George Gittoes ausgestrahlt. Gittoes zeigt nicht als Journalism sondern als Künstler seine ungewöhnliche Sicht auf den Krieg der Taliban. Der Film, der 2009 unter Lebensgefahr in Pakistan entstand, gewann im gleichen Jahr den renommierten Preis des Telirunde Film-Festival. Die Einführung gibt Mayen Beckmann, Enkelin des Expressionismus-Malers Max Beckmann.  Weitere Infos

 


George Gittoes ist einer der einflußreichsten Künstlers Australiens. Sein Werk als Maler und bildender Künstler steht in der Tradition deutscher Expressionisten.

Neue Werke aus seinem Zyklus «Berliner Bilder» sind ab dem 14.Februar in Berlin zu sehen.


Holger Wettingfeld