BVV beschließt Tempo 30 am Te-Damm zur Lärm-und Feinstaubreduzierung


Die BVV Tempelhof-Schöneberg hat in Ihrer Sitzung am 16. Februar 2011 die Einführung einer Tempo 30-Zone für die Nachtzeit beschlossen. Die Fraktionen der SPD und Grüne im Bezirksparlaments stimmten dem SPD-Antrag zu und sendeten somit der Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) ein kräftiges Signal aus dem Bezirk Maßnahmen zur Senkung der Lärm- und Feinstaubemissionen zu ergreifen. Die Einführung von Tempo 30 ist laut Antrag ist rückwirkend zum 1.1.2011 geplant, die CDU-Fraktion stimmte gegen den Antrag. 

Der Beschluß kommt einer kleinen verkehrspolitischen Revolution gleich, auch wenn die Einführung erst einen langen Weg durch die verantwortlichen Instanzen gehen muß. Sprecher von SPD und Grünen betonten auch in Redebeiträgen den Langzeitcharakter dieses Beschlusses, an dessen Ende sogar die ganztägige Einführung einer Tempo 30-Zone am Te-Damm stehen könnte. 

 Der BVV-Beschluß steht auch in Zusammenhang mit den regelmäßigen Bürgerforen zur Verkehrsproblematik an der B 96. Der Tempelhofer Damm ist weist seit Jahren berlinweit Spitzenwerte bei der Feinstaubbelastung und Lärmemissionen auf. Mittlerweile sind Anwohner zur Klage gegen die Feinstaubbelastung bereit.      Als erste Maßnahme zur Reduzierung der Feinstaubbelastung soll zum 1.1.2012 ein Durchfahrverbot des Schwerlastverkehrs ab 7,5 Tonnen greifen.

Die Lösung des Verkehrsproblems ist der entscheidende Faktor zur weiteren Entwicklung der Einkaufsstraße und zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität. Der BVV-Beschluß nimmt viele Ideen und Anregungen der Bürgerforen als langfristige Lösungen für das Verkehrsproblem am Te-Damm mit auf: Die Einrichtung eines schon lange geplanten Güterverteilzentrums (GVZ) am ehemaligen Güterbahnhof Tempelhof könnte eine Entlastung beim LKW-Verkehr zur Folge haben. Die BVV plädiert auch für eine Prüfung des sogenannten „Stuttgarter Modells“, eines generellen Verbots des schweren LKW-Verkehrs im inneren Stadtbereich.    

 Holger Wettingfeld