Benefizveranstaltung für Japan am 4. Mai in der Spukvilla - in Kooperation mit "Arzte zur Verhütung des Atomkriegs e.V."

Anläßlich des 25. Jahrestages der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl und des aktuellen Atomunfalls in Fukushima findet in der Spukvilla am Mittwoch, den 4.Mai 2011 eine Benefiz-Veranstaltung für die Opfer in Japan statt. Kooperationpartner dabei ist die deutsche Sektion der Internationalen Vereinigung «Ärzte zur Verhütung eines Atomkriegs,e.V.» (IPPNW). Die Spendeneinnahmen fließen der japanischen Sektion des IPPNW zu. Die IPPNW ist die einzige Organisation, die sowohl Strahlenopfer, als auch die Opfern der Tsunami- und Erdbebenkatastrophe betreuen. Für ihren Einsatz für eine atomwaffenfreie Zukunft erhielt die atomkritische Nichtregierungsorganisation 1985 den Friedensnobelpreis.

Moderiert wird die Benefizveranstaltung von Claudia Maiwald. Die in Tempelhof lebende ehemalige Aufsichtsratssprecherin von Greenpeace Deutschland ist auch eine Japan-Kennerin und hat zwei Jahre in Osaka und Tokio gelebt.  

    

Im Sinne des «Ohrenschmauses» findet eine thematisch passende Literatur-Lesung statt: «Tschernobyl - Eine Chronik der Zukunft» von Swetlana Alexijewitsch beschreibt die menschlichen und gesellschaftlichen Folgen des Atomunfalls von 1986 in der Ukraine. Die Qualität dieses zeitlosen Buches liegt darin, die Folgen dieser Katastrophe persönlich und universell zugleich zu beschreiben. 1998 erhielt die Autorin dafür den Preis der Europäischen Einigung der Leipziger Buchwoche.

Die 1948 geborene belarussische Autorin gilt als die bedeutendste und konsequenteste Vertreterin der Protokoll-Literatur. Mit "Tschernobyl - Eine Chronik der Zukunft" wurde sie mit dieser halbdokumentarischen Methode weltbekannt. In ihrem bislang letztem Buch verbindet sie die Technik des intensiven Zuhörens und Fragens und der Destillierung endlosen Interviewprotokolle zu einem bewegenden, vielstimmigen romanhaften Dokument einer Katastrophe. »Die Tiefe der Emotionen und die existenzielle Betroffenheit der Opfer wird zu einem literarischen Werk, dessen Tragik sich kein Leser entziehen kann.«, urteilt Die Welt. Swetlana Alexijewitsch lebt seit der Machtübernahme des Diktators Lukaschenko 1994 im Pariser Exil. 

Sprecherin dieses preisgekrönten Werkes ist Melanie Pukaß. Die bekannte und in Tempelhof lebende Synchronsprecherin leiht u.a. Halle Berry, Sarah Jane Parker oder zuletzt Helena Bonham Carter in «The King’s Speech» ihre Stimme.

«Wir hoffen auf eine große Anteilnahme und Resonanz. Die Menschen in Japan brauchen die spezielle ärztliche Kompetenz des IPPNW», so der Veranstalter und Initiator Holger Wettingfeld. "Vor dem Hintergund des aktuellen Atom-Unfalls in Fukushima ist der ausgebliebene Politikwechsel nach Tschernobyl der eigentliche Skandal", so der Journalist weiter.  Über diesen notwendigen Paradigmenwechsel soll mit einem Vertreter des Bundesamtes für Strahlenschutz diskutiert werden.  Daneben erhalten die Unterstützer und Besucher der Benefiz-Veranstaltung Einblicke in die Arbeit des IPPNW vor Ort.

 Weiterführende Infos und links:

IPPNW Deutschland: www.ippnw.de

IPPNW Japan: www.ippnw.org/affiliates-directory.html#Japan

Swetlane Alexijewitsch: http://alexievich.info/contactEN.html

Die Veranstaltung beginnt um 20:00 Uhr. Einlaß ab 19:30 Uhr. Eintritt und erster Spendenbeitrag: 5 Euro - weitere Spenden sind erwünscht! In der Spukvilla am Friedensplatz, Albrechtsstraße 110 in 12103 Berlin. (U-Bhf.Kaiserin-Augusta-Straße).

Kartenvorverkauf: Buchhandlung Menger, Tempelhofer Damm 186, 12099 Berlin und an der Abendkasse.

Veranstalter : aPRiori - Agentur für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Spukvilla, Albrechtstraße 110, 12103 Berlin, Tel : 030/ 39 500 914.

 Holger Wettingfeld