„Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus“ geplant

Im denkmalgeschützten Ullsteinhaus in Tempelhof soll ein Deutsches Pressemuseum entstehen.

Ein tatkräftiger Verein treibt die verblüffende Idee voran. Wie ein riesiges Ausrufezeichen markiert das Ullsteinhaus, bis 1934 Druckzentrum des Ullstein-Verlags, das südliche Ende des Tempelhofer Damms. Es könnte bald wieder zur Pilgerstätte für Medien-Interessierte aus aller Welt werden: Ein neuer Verein treibt die Idee für ein Deutsches Pressemuseum voran, das Räume an dem historischen Ort beziehen soll.

 

 

 

 Erste Erfolge können die Museumsförderer schon verbuchen. Die Eigentümer des Ullsteinhauses, die Firma Becker & Kries, wären bereit, das geplante Museum dort anzusiedeln, erzählt  der Journalist und Vereinsvorsitzende Holger Wettingfeld, der die Idee zu diesem Kulturprojekt hatte.

 

Kein Museum ohne Sammlung - und so hat sich der Verein eine Option auf die berühmte „Kiosk“-Sammlung der Foto-Legende Robert Lebeck sichern können: Wenn die Finanzierung steht, kann der Verein die über 30.000 Exponate umfassende Dokumentation zur Geschichte der Fotoreportage in diesem Jahr nach Tempelhof holen. Die "Kiosk"-Sammlung könnte so dauerhaft in Berlin gehalten und vor der Abwanderung bewahrt werden. Die wichtigsten Exponate von 1839 bis 1973 sollen dann als Dauerausstellung in den künftigen Museumsräumen zu sehen sein.  

 

Unterstützung gibt es auch von der Familie Ullstein. Der letzte in Berlin lebende Enkel der ehemaligen Verleger-Dynastie steht dem Verein mit Rat und Tat zur Seite.

Der Ullstein-Verlag schrieb deutsche Mediengeschichte. 1934 wurde der größte deutsche Verlag und bis dahin weltweit erste Medienkonzern durch Arisierung der Nazis zerschlagen. Mit Rückgabe des Verlags 1952 konnte Ullstein an alte Erfolge anzuknüpfen, vor allem mit der Neuauflage von der "Berliner Morgenpost" (mit Sonderausgaben der "Berliner Illustrirten Zeitung") und der "B.Z.". 1960 erfolgte die Übernahme durch Springer.  

Dem Verein schwebt ein Museum vor, das die Geschichte der deutschen Presse von den Anfängen bis zur Gegenwart darstellt: „Die Platzierung eines solchen Museums in den historischen Räumen des renommierten Ullsteinverlags (...) spricht für sich und wäre bundesweit ein einmaliges Ereignis, in dem Form und Inhalt kongenial sich ergänzen“, heißt es in dem Konzeptpapier der Agentur apriori. Aber auch die aktuelle Themen wie die derzeitige Strukturkrise des Printjournalismus und die Zukunft des Online-Journalismus sollen dort Platz finden.  

Das historische Gebäude in Tempelhof, das von 1925 bis 1927 erbaut wurde und das seit 1965 unter Denkmalschutz steht, soll sich mit dem Museum nicht nur interessierten Bürgern und Touristen, Schulen und Journalisten öffnen. Den Förderern schwebt auch eine enge Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern vor, die ihre Forschungen anhand der Sammlungen vorantreiben könnten.

Berlin und Tempelhof würden um eine kulturelle Attraktion reicher, argumentiert Holger Wettingfeld. Und für deren Ansiedlung sei kein Ort geeigneter als das Ullsteinhaus: „In keinem anderen Gebäude spiegeln sich Höhen und Tiefen deutscher Pressegeschichte wider, wie hier. Das Ullsteinhaus  war nach 1945 die Wiege der Westberliner Presse. Bis 1952 wurde hier auch der „Tagesspiegel“ gedruckt."

Der Verein wird sich 2013 an dem Themenjahr „1933 – Zerstörung der Vielfalt“ beteiligen mit einer Ausstellung in den künftigen Museumsräumen. Ein Internetauftritt des Vereins ist in Vorbereitung.

Weitere Infos unter: www.dpmu.de 

Deutsches Pressemuseum im Ullsteinhaus e.V.

Ansprechpartner: Holger Wettingfeld

Ullsteinhaus

Mariendorfer Damm 1-3

12099 Berlin

Tel.:030/ 700 95 710

Mail:info@dpmu.de  

Karl Gerhard